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Konzertbericht Bochum 09.11.2006

Negative die Energiedrops aus dem hohen Norden, erfrischend und lecker zugleich. ;) Negative, das sind Frontmann Jonne Aaron, und wie dieser sich ausdrückt, Mr. Motherfucker himself Sir Christus an der Gitarre, Mr. Antti Anatomy am Bass, Mr. Jay Slammer an den Drumms, am Keyboard Mr. Snack und ebenfalls an der Gitarre Mr. Larry Love. Die bunten Finnen im Sechserpack waren der Hauptact dieses Abends in der Zeche Bochum. Schon auf der Dark-Light Tour der Band Him schafften sie es sogar eben diesen einige Fans abspenstig zu machen und haben schon eine beträchtliche Fangemeinde. Diese wollen sie nun vergrößern, und dazu haben sie sehr gute Chancen.
Zur bevorstehenden Tour veranstaltete www.negative-love.de einen Kreativ-Wettbewerb, bei dem man sich etwas „negatives“ Einfallen lassen sollte. So waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt und bei den Einsendungen waren Sachen von einer Torte bin hin zu einem Jonne Portrait, oder einer Fotocollage. Nach drei Abstimmungsrunden standen dann die Gewinner fest. Den dritten Platz belegten Negative Anziehpüppchen im Mangastil gezeichnet, den Zweiten sechs Keksjungs, die den Finnen zum verwechseln ähnlich sahen (Jaaa, die waren von uns ;)), und der Erste ging an Lady, die sechs Schäfchen als Negative anzog, und damit die „Jury“ begeisterte. Die Preise für die ersten Drei, die erst im Nachhinein bekannt gegeben wurden, waren ein Meet&Greet mit Negative. So warteten wir also gespannt auf den 09.11.06, und freuten uns auf einen tollen Abend, der etwas anders lief was wir es geplant hatten.
 

Das Meet and Greet 

Helenas Sichtweise:

Die Welt der Stars…Glamour, Luxus… ja von wegen, Pustekuchen! Das keine Fanfaren ertönten sobald wer den Backstagebereich betritt war mir natürlich auch klar, aber das was ich zu sehen bekam hatte ich nun doch nicht erwartet.
Nachdem wir uns voll bepackt und mit Rollstuhl durch den Gang zur Garderobe gequetscht hatten, der einem Nadelöhr Konkurrenz machte, betraten wir einen Raum der abgegammelter nicht hätte sein können. Versiffte Sofas, klein und äußerst voll gestopft, was sich natürlich sehr gut traf. Mit 13 Leuten, 2 Sofas, einem Sessel, einem Kühlschrank, einem Tisch und Reisegepäck von 6 Finnen, die in Sachen Menge einer Frau in nichts nachstanden, drängten wir uns in den Raum… richtig kuschelig!
Nachdem wir uns von unseren Schals befreit hatten, begrüßten die Negativen uns und Nina überreichte die Dose mit den Keksen. Interessiert warteten wir auf die Reaktionen und nach einem etwas zögerlichen „Cookies?“, folgte ein etwas begeisterteres „Coookies!“. Nina und ich grinsten und glücklich an, während 4 Finnen sich begeistert über die Kekse beugten uns sich lachend gegenseitig irgendwelche Dinge zeigten. Nachdem Jonne lachend ein „Schizo“ nach hinten zu Jay gerufen hatte, was allerdings mehr nach einem Kizo klang (ja, ja wir lieben alle die englische Sprache), fiel mir Larry auf der irgendwie suchend aber auch leicht bedröppelt auf die Dose schaute. Peinlich berührt deutete ich mit einem Finger auf seine Figur und gestand, dass seine Haare etwas schwer zu backen waren und er deswegen wie Bob Marley aussehen würde. Lächelnd winkte er ab und beteuerte, dass es nicht so schlimm wäre, während Jonne sich köstlich zu amüsieren schien und mir nur ein grinsendes „Bob Marley“ zu warf. Ja, Jonne ich war mir meiner Worte bewusst, aber danke trotzdem ich kann immer noch drüber lachen.
Larry unterdessen hatte sich wieder auf eines der Sofas gesetzt, und rief nun zu uns rüber, dass wir uns auch setzten sollten. Allerdings schien keiner wirklich zu reagieren, woraufhin er es noch mal versuchte und Nina und ich uns neben ihn setzten, wo direkt das nächste Problem lauerte. Wie sollte ich eine Stelle ohne Flecken finden? Nach einigem Suchen fand ich doch noch eine vermeintlich saubere Stelle, also gut gezielt und setzen… schnell beschlich mich das Gefühl nicht ganz getroffen zu haben, denn plötzlich hatte ich das Gefühl auf etwas feuchtem zu sitzen. Es als Halluzination abtuend versuchte ich auf etwas anderes zu konzentrieren. Was Jonne mir durchaus leicht machte, denn in eben diesem Moment begann er sich durch den Raum zu kämpfen (in meinen Erinnerungen hab ich ein Bild wie er über den Tisch hüpft, allerdings bin ich mir ziemlich sicher das er das nicht getan hat…eigenartig o.O) um sich mit den Worten „Photo, photo…“ begeistert auf Kai zu stürzen. Lachend begutachtete ich nun Kai und Jonne von hinten, und nein das ich nicht so gemeint wie es klingt, während diese für Photos posierten.
Doch plötzlich drohte Gefahr von der Seite, denn eine böse und höchste aggressive Zimmerpflanze hatte ich mich als neues Opfer auserkoren. Da ich aber nicht in Kampfeslust war, und sowieso nicht einen schlechteren Eindruck machen wollte indem ich anfing mich mit der Zimmerpflanze zu prügeln entschied ich mich dazu zu flüchten. Ein Fehler wie sich direkt herausstellte. Denn hatte das Sofa normalerweise die Absicht einen in sich hinein zu ziehen und zu verschlingen, erwischte ich wohl die einzige harte Stelle. Also mit voller Wucht darauf, und mit verzerrtem Gesicht versuchen nicht zu schreien. Wen wundert es da noch, dass man mich komisch anschaute?
Währenddessen hatte Lady begonnen ihre Schäfchen auszupacken uns zu verteilen. Snack und Jay waren wohl besonders stolz das sie die Beiden „big sheeps“ waren, und Larry, dessen Schaf um ein paar Jahre gealtert war schien ihn zu faszinieren. Denn mit leuchtenden Augen, und einem verzückten Lächeln schaute er es an, und spielte mit den Haaren.
Christus, der wohl von Anfang an eine enge Beziehung zu dem Schäfchen hatte, schaute es sich erst genau an um es dann an seinen Bauchgurt (?) zu befestigen, wo es auch bis zum Schluss blieb.
Plötzlich kam etwas in den Raum gewuselt. Antti, der verlorene Sohn war zurückgekehrt (wie ich später erfuhr, hatte er sich seine Zeit am Merchandisestand vertrieben und die hereinströmende Menge beobachtet). Etwas verwirrt begann er sofort durch den Raum zu wuseln, und in allen Ecken Klamotten durch die Gegend zu schmeißen. Verwundert beobachtet ich ihn wie er dabei war sich neben mir durch einen Haufen Klamotten zu wühlen, wobei es schien als ob er von Stück zu Stück verzweifelter wurde. So wuselte er kurz darauf wieder weg und ließ sich vor den Kühlschrank fallen, Sofort begann er sich mit der Tourmanagerin (?) zu unterhalten, die er mit einem Blick bedachte der ihn wie einen verlorenen Welpen aussehen ließ. Doch alles was zu mir hinüber drang war „I lost my bag…“. Tja, lieber Antti musst du halt besser auf deine Sachen aufpassen. Ob er sie doch noch  gefunden, oder einen Fan damit beglückt hat, wird wohl (s)ein Geheimnis bleiben. 

Kurz drauf lenkte Britta durch lautes Rascheln und Knistern die Aufmerksamkeit Aller auf sich.. Ja, ja, die Finnen waren Hunden doch ähnlicher als ich dachte…
Grinsend drehte sie sich um und präsentierte uns voller Stolz einen… Pappkarton. Alle bis auf die Negativen wussten schon was drin war, allerdings warteten wir auf die Enthüllung, da wir gespannt auf die Umsetzung waren, die uns vorher interessant beschrieben wurde.
Britta übergab den Karton vorsichtig an Lady, welche daraufhin begann ihn zu öffnen. Zum Vorschein kam eine pinke Torte auf der wie angekündigt zwei Kartoffeln prangten. Doch die Begeisterung der Männer im Raum ließ erkennen, dass das eigentlich Vorhaben des Konditors doch geglückt war und sie die Brüste doch erkannten… was vielleicht auch daran lag, dass in großer Schrift darüber „German tits for Negative…“ stand. Schwer konnte ich mir ein Lachen verkneifen. Die Armen mussten jetzt eine völlig falsche Vorstellung haben! Nachher dachten sie noch alle deutschen Frauen hätten Kartoffelbrüste. Aber kleine Jungen sollte man spielen lassen…
Voller Stolz begannen sie auch gleich mit der Torte zu posieren. An sich eine nette Idee. Das Problem war nur, das alle um uns herum sich erhoben und Nina und ich nicht. Klasse, wie bestellt und nicht abgeholt. Verzweifelt schauten wir uns an und fehlten uns mal wieder völlig fehl am Platz. Doch womit wir nicht gerechnet hatten, Sir Christus, auch bekannt als der Clown ohne Augenbrauen und ohne Fleisch auf den Rippen, trat an uns heran und bat uns mit aufs Bild. Ganz gentleman-like hielt er Nina auch gleich seine Hand entgegen um ihr dabei zu helfen den Fängen des Sofas zu entkommen. Doch diese blickte erst ihn an, dann die Hand, dann mich, dann die Hand, und stand dann ohne Hilfe auf. Leicht bedröppelt stand er nun vor mir, zog die Hand zurück und drehte sich in Richtung Photo. Als wir wieder saßen schaute ich sie fragend an, und sie meine nur etwas kleinlaut: „Ich hatte einfach Angst was kaputt zu machen…!“  Zum Glück konnte keiner von denen Deutsch! Obwohl mein Lachen, das ich versuchte als Husten zu tarnen mir argwöhnische Blicke von Jonne einbrachte. Und nein Jonnilein, wir haben nicht über dich getuschelt. Zu viel Selbstbewusstsein kann schädlich sein…
Kai unterdessen hatte begonnen die vorher herausgeschriebenen Fragen an Negative zu stellen. Wobei wir feststellten, dass ein Grillabend oder Picknick mit Jonne sehr lustig sein musste, da dieser zugab Angst vor Bienen und Wespen zu haben. Wer jemals mit jemandem gegrillt hat, der solche Ängste hat weiß wovon ich rede… Alle schienen sich aber darin einig zu sein, dass Haie zum fürchten waren. In diesem Zusammenhang erzählte uns Antti auch begeistert von seiner Begegnung mit einem Killerhai in einem japanischen Zoo, der ihm glatt die Nase hätte abbeißen können… wenn er hoch genug hätte springen können.
Von besonderem Interesse war für uns auch die Frage ob einer der Jungs, und besonders Jonne, sich von irgendwem gestalkt fühlte. Nach einigen Verständigungsschwierigkeiten erklärte uns Jonne dann, dass er sich immer von denselben Leuten verfolgt fühlte (und zwar von der Jonne-Stalking-Assosiation!) ;)). Auch erfuhren wir, dass Jay seine Muskeln seit ca. einem Jahr trainiert, und das nicht nur auf eine Weise…

Leider war unsere Zeit damit auch schon um. Schnell ging ich noch mit zwei Fotos rum, um sie unterschreiben zu lassen. Als ich Antti die Bilder gab, fing er erstmal an sich mit mir zu unterhalten, was sich aber als etwas problematisch heraus stellte, da er noch immer auf dem Boden saß und ich mich daher runter beugen musste um ihn zu verstehen. Dabei blockierte ich allerdings den Durchgang, was wohl zu ein paar Problemen führte, gell Nina? ;) Na ja, ich hatte meinen Spaß…
Schnell einmal rum um den Tisch, hätte dabei fast die Stiftkappe vergessen wenn Snack mich nicht daran erinnert hätte (Danke dafür!), Sachen zusammen suchen und raus. Mit einem letzten „Bye“ gingen wir, während Snack uns noch ganz begeistert sein Deutschlandschweißband zeigte.
 

Ninas Sichtweise: 

Nun sollten wir in die Höhle des Löwen eingelassen werden (allerdings eine sehr kleine Höhle).
Nacheinander drängten wir uns in den winzigen Raum, immer mit dem Fuß vortastend, da man Angst hatte über irgendwas zu stolpern oder auf irgendwas zu treten. Da ich als Erste eintrat hörte ich deutlich Jonnes „There’s a boy?“, und darauf ein „A boy!“ (hoch lebe das männliche Geschlecht… man sollte ihm vielleicht nicht sagen das Kai schwul ist…). Als erstes kam Snack auf uns zu gestakst, was für lange Beine! Ein total lieber und offener Mensch, hat uns sofort die Hand gereicht und ein total sympathisches Lächeln. Nacheinander reichten wir fast allen einmal die Hand und als ich ihnen mitteilte wir hätten Kekse gebacken, kam erst ein etwas verwirrtes „Cookies?“, und als ich die Dose endlich zu fassen bekam und ihnen reichte, ein begeisterteres „Cookies!“ (Jonne oder Snack hatte noch etwas gerufen, das wie Keksi klang… aber Keksi?) Nach dieser freudigen Begrüßung setzten wir uns zu Larry auf das Sofa, dass einen einsaugte, was wir erst bemerkten, nachdem wir uns mit etwas Schwung gesetzt hatten, da das Sofa auch sehr tief war. Unwillkürlich musste ich grinsen und versuchte irgendwie aufrecht zu sitzen, was Sir Christus deutlich amüsiert beobachtete. Ich saß irgendwie bequem und fing an leicht müde zu werden (Ich und Helena streiten immer noch darüber ob der Raum nun gammelig war oder nicht. Ich gebe zu, es war sehr zugestellt, vielleicht macht es gerade so bequem? Und das Sofa war eigentlich gar nicht so schlimm, es war höchstens durchgesessen. Sind halt Männer, denen ist Ordnung unbekannt. Ich jedenfalls fand es ok.) Ich war also nicht besser als Helena, die in Gegenwart von 5 Stars einer Zimmerpflanze ihre Aufmerksamkeit schenkte.
Nachdem sich Lady etwas geziert hatte packte sie ihre Schäfchen aus, die ebenfalls begeistert empfangen wurde. Stolz nahmen Jay und Snack die „Big Sheeps“ entgegen, während Jay ein eigenartiges Cape begutachtete, dass Lady versuchte zu erklären. Da Antti nicht da war, wurde sein Schaf erstmal auf den Tisch gesetzt, nachdem man ihm seine Haare (seinen Kopf?) wieder zurechtrückte. Was Sir Christus und Jonne mit ihren Schafen machten hatte ich ignoriert, da ich ganz begeistert beobachtete wie Larry mit den Haaren seines Schafs spielte. Auch als alles herum anfingen zu lachen schien er nichts zu merken und war ganz vertieft ins spielen mit seinen langen Wolllocken. Kurz darauf trat Antti ein, mit hochgebundenen Haaren, was irgendwie… knuffig war! Das erste was die anderen ihm zuriefen war „Cookies!“ (und „Keksi!“ o.O). Den schien das allerdings nicht so zu interessieren, denn er setzte sich einfach in eine Ecke auf den Boden, nachdem er uns zu gewunken hatte und ein kurzes „Hi!“ rüber rief.

Dann wurde die Torte ausgegraben, ein Prachtexemplar (trotz kartoffelförmiger Brüste)! Schnell machten wir ein Foto, wozu wir mit auf das Bild gebeten wurden. Dann kam etwas, was mich immer noch total fertig macht und wofür ich mich bis jetzt schon mindestens 200-mal geohrfeigt habe. Ich bin so dumm! Ich könnte heulen! Aber ich hatte Angst dieser dürre Mensch könnte knicken (eindeutig Verdrängung der Tatsachen). Was passiert ist, ist bei Helena zu lesen und ich weigere mich darüber schreiben; ich dummes Kind!
Anfangs war ich ja etwas schläfrig, doch als ich bemerkt hatte, dass ich von 3 oder 4 Leuten ständig beobachtet wurde, war ich hellwach.
(Wir vermuten sie haben aufgrund meiner Herkunft so komisch geguckt.)
Britta hatte sich inzwischen zu uns gesetzt und überreichte Jonne nun mehrere Bücher, eins davon trug den Titel „Absolut Pleasure“. Er starte es an und schien nicht ganz zu verstehen, erst als er den Untertitel las vernahmen wir seine Reaktionen, die eindeutig hieß, dass er eine Eingebung hatte (Fein Jonne, du hast es kapiert!). Die anderen 2 Bücher waren 2 Geschenkbücher. Diese machten nun die Runde und als sie bei Larry waren, warf er mir grinsend ein „It’s great!“ zu. Ja… find ich auch. Er schien irgendwas falsch verstanden zu haben, die Bücher waren von Britta!
Dann ergriff Kai die Gelegenheit ein paar Fragen zu stellen. Leider war die Zeit sehr knapp, und die Fragenrunde dementsprechend kurz.

Leider mussten wir auch schon aufhören und Lady und Helena liefen noch mit Blättern und Fotos herum, um Unterschriften zu sammeln. Der Raum war eindeutig zu klein für 13 Personen, ständig war jeder jedem im Weg, sogar aus dem Raum wieder herauszukommen war schwierig. Als wir dann doch noch herauskamen war ich fast schon wieder traurig, alle waren so nett und das Treffen war viel zu kurz. Aber darüber konnte ich jetzt nicht nachdenken, ein Konzert wartete!
 

Das Konzert 

Raus aus dem Backstagebereich, vorbei an den Mädels die vor dem Tor warteten um ihr Interview mit den Jungs zu führen, und zurück zum Eingang, der jetzt angenehm leer war. Schnell brachten wir noch die zu sperrigen Sachen in den Wagen um uns dann in die kompetenten und liebevollen Hände der Sicherheitsleute zu begeben, die sich aber sehr uneinig waren was ihre Methoden anging. So durchwühlte der Erste unsere Taschen um uns zum Nächsten zu schicken, der daraufhin noch mal unsere Taschen durchwühlte und uns entgegen den Anweisungen seines Vorgängers nicht die Kameras abnahm, sondern uns nur darauf hinwies bitte nicht den Blitz zu benutzen (was Nina nachher trotzdem tat). Zudem mussten wir uns das Lachen verkneifen als einer der Sicherheitsleute in Ladys Rucksack schauen wollte und fragte ob sie was gefährliches dabei hätte, ehrlich antwortete sie „Nee, nur Schafe!“ und öffnete ihren Rucksack…der Sec schaute etwas verdutzt und sagte nur: „Ok…und wo ist der Schäfer?“ Gelächter folgte und dann ließ er uns durch.
Während die Anderen sich zur Toilette verabschiedeten, nahmen wir Ladys Tasche und warteten mit einem guten Blick auf den Merchandisestand auf ihre Rückkehr. Mit genauem studieren der Preisliste, und hin und her überlegen ob wir nun schon etwas kaufen sollten oder nicht, verbrachten wir unsere Zeit, atmeten stickige Luft und Rauch ein, und ließen uns von döseliger Musik berieseln…
Kurz darauf sammelten uns die Anderen wieder ein und zusammen betraten wir die, ebenfalls stickige und relativ kleine, aber gut gefüllten Konzerthalle. Direkt kämpften wir uns mit Kai und Britta an der Spitze durch die Menge nach vorne, um einen vernünftigen Platz für den Rollstuhl zu finden. Schließlich ergatterten wir Plätze auf der linken Seite. Immer noch mit den Gedanken in dem kleinen Backstageraum schauten wir andächtig schweigend auf die Bühne und warteten darauf das Jann Wilde & Rose Avenue, die Vorband, anfingen.

Als hinter uns lautes Gekreische losbracht, wussten wir das endlich soweit war. Sogleich stürmten die 4 Finnen auch die Bühne und begannen mit ihrer ersten Single, Boys out of New York, die Halle zu rocken und das Publikum zu begeistern. Sogar mitsingen konnten einige, trotz des relativ niedrigen Bekanntheitsgrades der Band in Deutschland, auch wenn Jann Wilde, der Sänger, es einem schwer machte, da er die Strophen vertauscht hatte. Die anfängliche Skepsis die deutlich zu bemerken war schrumpfte von Lied zu Lied und am Ende waren (fast) Alle davon überzeugt, dass diese Band genau die richtige Wahl als Vorband gewesen war. Nachdem das letzte Lied verklungen war (ein Elviscoversong, den Jann Wilde mit einer Stimme sang die dem Original sehr nahe kam), war die Menge bereit für den lang ersehnten Hauptact des Abends: Negative!
Diese enterten, nach einer langen Umbaupause, begleitet von Zirkusmusik die Bühne. Direkt eröffneten sie ihren Auftritt mit Glory of the shame das uns gleich umhaute. Die Power und der harte Sound, macht diese Rockhymne zu einem genialen Livesong. Im Allgemeinen sollte an dieser Stelle gesagt sein, dass die hohen Erwartungen die wir auf Grund des tollen neuen Albums (Anorectic) hatten noch bei weitem übertroffen wurden, und uns mal wieder bestätigt wurde,dass man Negative unbedingt live erleben muss.

Das Konzert lief wie erwartet. Jonne versuchte sich ein wenig am Deutschen, hüpfte wie ein Flummi auf Drogen über die Bühne und ließ die Halle toben. Bis sie zu L.A. feeding fire kamen… So forderte Jonne normalerweise das weibliche Publikum auf ihre T-Shirts doch bitte mal für ihn zu lüften, damit er etwas „beautiful german skin“ zu sehen bekam, doch diesmal kam ihm jemand zuvor. Ein Mädel hinter uns erfüllte Jonne diesen, unausgesprochenen, Wunsch und zeigte ihm was er sehen wollte. Das schien ihn allerdings ziemlich aus dem Konzept zu bringen, denn so meckerte er sie nachher scherzhaft an sie wäre Schuld daran, dass er fast den Text vergessen habe. Als Dank für diese Aktion widmete er ihr auch sogleich den nächsten Song, Frozen to lose it all, und veränderte den Text, sodass wir was zu lachen hatten und er zeitweise selbst vor lachen nicht singen konnte. Respekt an das Mädel, und vielen Dank, das hat den Abend zu etwas besonderem gemacht!

Den Anschluss machten sie mit Until you’re mine, wobei die zweite Stimme laut vom Publikum gesungen wurde. Bevor sie allerdings anfingen dieses zu spielen, wollte Jonne uns noch auf den Merchandisestand aufmerksam machen, hatte die Rechnung aber ohne Sir Christus gemacht, der mit seinem Gitarrensolo anfing und auch auf mehrfache Aufforderung nicht aufhörte zu spielen. So ging Jonne, mit dem T-shirt in der Hand, über die Bühne, schaute ihm in die Augen und erklärte ihm, dass er „only two minutes“ bräuchte. Er drückte dem Gitarristen noch einen kurzen Kuss auf den Bauch und eilte dann zur Mitte der Bühne um fortzufahren. Nachdem er ein Mädchen im Publikum glücklich machte, indem er ein T-Shirt ins Publikum warf, ging es nur wirklich mit Until you’re mine los. Jonne gab sein tänzerisches Talent wieder zum Besten und sang mit kräftiger und unverwechselbarer Stimme, im guten Sinne natürlich, den energiereichen Song.

Danach verließen sie die Bühne, obgleich Allen klar war, dass sie eine Zugabe geben würden. So riefen Einige „Zugabe“ und Andere „We want more“, schwere Entscheidung… welcher Seite sollte man sich anschließen? Auch wenn Alle durcheinander brüllten, so fand sich doch eine Einigung und zusammen wurde nur noch „Let’s Fuck“ gerufen.
Da kamen die Negativen natürlich gerne wieder zurück auf die Bühne, die Menge war angestachelt und Jonne brauchte nur ein paar Gestiken machen um uns zum weiter rufen zu animieren. So gaben sie noch We can’t go on und In memorian (Immortal peace) zum Besten, bevor sie unter lautem Applaus endgültig die Bühne verließen.

So endete ein Abend den wir wohl nie vergessen werden. Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen und damit bewiesen uns beide Bands (mal wieder), dass sie definitiv Livebands sind die man selbst erleben muss. Das Treffen war natürlich das i-Tüpfelchen und gab uns die Möglichkeit uns davon zu überzeugen, dass die 6 Finnen sehr freundliche Menschen sind. Dafür herzlichen Dank an Jeanne und Britta von www.negative-love.de , Roadrunner Records und Sylvie, die das ganze ermöglicht haben. Danke auch an Lady und Kai, deren Bekanntschaft wir machen durften und natürlich an Jann Wilde & Rose Avenue und Negative für das tolle Konzert!

Vielen Dank! Wir freuen uns schon auf die nächste Tour und werden es uns nicht nehmen lassen auch davon zu berichten.

Helena&Nina


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